Geschichte
Die Fachakademie für Sozialpädagogik der Don Bosco Schwestern
Von den Anfängen bis heute

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Noviziat der Don Bosco Schwestern in Oberhaunstadt bei Ingolstadt zu klein geworden. Deshalb wan
dten sich die Schwestern an die Diözese München/Freising mit der Bitte, ihnen bei der Suche nach einem neuen Haus behilflich zu sein. Auf Befürwortung von Kardinal Michael Faulhaber kauften die Schwestern daraufhin im Jahr 1950 den Klosterapothekentrakt des säkularisierten Augustiner Chorherren Stifts Rottenbuch und richteten hier das Noviziat ein. So entstand im „Schloss“, wie der Bau am Ortsausgang Richtung Böbing im Volksmund liebevoll genannt wird, die Keimzelle der Niederlassung der Don Bosco Schwestern in Rottenbuch.
Dem Wirken des Ordensgründers und Erziehers Don Bosco entsprechend, reifte vier Jahre später der Plan, eine Schule zu gründen. Räume im Schloss waren vorhanden, so erteilte das Kultusministerium die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb eines „Seminars für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen“. Der Unterricht begann am 12. September 1955 mit sechs ordenseigenen Schwestern und vier weltlichen Lehrern unter der Leitung von Sr. Theresia Lumer (1. Oktober 1912 – 26. April 2008) in einem 60 m² großen Raum des „Schlosses“.
Im Januar 1956 wurde der Seminarkindergarten eingeweiht und im Herbst 1957 das Internat eröffnet. Bald schon war klar, dass die Schulräume ausgeweitet werden müssten. Dies geschah unter größtem finanziellem Risiko durch den Kauf des benachbarten ehemaligen „Bräuhauses“ der Augustiner Chorherren im Jahr 1959, das nach aufwändigem Umbau den Namen „Heim Maria Auxilium“ erhielt. Heute wird die ganze Einrichtung der Don Bosco Schwestern in Rottenbuch „Heim Maria Auxilium“ genannt.
Im Jahr 1963 waren beim Einzug in das neue Schulhaus 20 Schülerinnen eingeschrieben. Heute, im Schuljahr 2008/09, besuchen die Schule über 80 Studierende im Vollzeitunterricht zusammen mit fast 60 Berufspraktikantinnen und -praktikanten im Anerkennungsjahr und ca. 70 Erzieherpraktikantinnen und -praktikanten des Sozialpädagogischen Seminars. Der Unterricht wird derzeit von 26 Dozenten und Dozentinnen erteilt.
Längst ist bei den Don Bosco Schwestern in Rottenbuch ein ganzes Schulzentrum mit drei Schulen und angeschlossenen Erziehungseinrichtungen entstanden. Die „Fachakademie für Sozialpädagogik“, so der offizielle Name seit 1973, befindet sich immer noch im ursprünglichen „Heim Maria Auxilium“, ist aber mit etlichen Unterrichtsräumen, besonders für die praktischen Fächer und den Sportunterricht, auch in den weiteren Schulbauten sowie in dem zum Multifunktionsbau umgebauten „Fohlenhof“ untergebracht.
Heute schließen die Studierenden die Fachakademie als „staatlich geprüfte Erzieher und Erzieherinnen“ ab. Mit einer Ergänzungsprüfung kann die Fachhochschulreife und bei entsprechendem Notendurchschnitt sogar die fachgebundene Hochschulreife erworben werden. Das Einzugsgebiet der Schule umfasst im Wesentlichen die Landkreise Weilheim/Schongau, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen, Oberallgäu und Ostallgäu.